Digitalisierung

Die Kaserne Dossin hat den wichtigen Auftrag, das verfügbare Archivmaterial über den Holocaust zu zentralisieren und zu konservieren. Gut 19 000 Porträts von Deportierten konnten auf diese Weise vor dem Vergessen gerettet, sowie ihre Dossiers herausgesucht und ihre Fotos gescannt und aufbewahrt werden. Die Digitalisierungsabteilung hat so unter anderem auch die Veröffentlichung der vier Alben „Mechelen-Auschwitz” ermöglicht. Die Fotobücher zeigen die Porträts der Opfer im Rahmen des Projekts „Gib ihnen ein Gesicht”. Das Ergebnis ist die beeindruckende Porträtwand, die den roten Faden durch das Museum bildet.

Am 1. Dezember 2013 wurde 1 Jahr nach der Eröffnung des Museums die Wand mit 148 neuen Porträts erweitert. Alle diese Fotos sind in Archivdossiers gefunden oder dem Museum von Familienmitgliedern der Opfer geschenkt worden. Die Suche nach den rund 5 000 noch fehlenden Porträtfotos geht jedoch weiter.
Aber die Digitalisierungsabteilung tut noch mehr. Täglich scannen unsere Mitarbeiter hunderte von Dokumenten, Fotos und Archivstücken. Sie werden mit Hilfe modernster technischer Apparate sorgfältig archiviert, um sie für spätere Generationen zu erhalten. Neben Schenkungen digitalisiert die Abteilung auch die Sammlungen anderer belgischer Museen und Archive mit einer hohen Auflösung. Diese Arbeit ist nie beendet. Wir finden täglich neue Dossiers, Fotos und unbekanntes Material. 2014 erscheint ein Buch mit Porträtfotos der Deportierten aus dem nordfranzösischen Lager Drancy. Von den rund 5 900 Deportierten werden 4 100 wiedergefundene Fotos veröffentlicht.